Vom Mißverständnis Glück = Sinn  und wie die Auflösung des Mißverständnisses Ihnen Inneren Frieden schenkt

Heute möchte ich von einem Mißverständnis erzählen, das ich lange in Bezug auf die Themen Glück und Sinn hatte - und von dem ich glaube, dass es vielen Menschen ebenso geht.

 

Ich habe viele Jahre geglaubt, mein Leben hat nur einen Sinn, wenn ich glücklich bin. 

Das war ganz schön fatal, denn oft gab es Ereignisse, die mich unglücklich gemacht haben.  Der Wunsch, Glück zu empfinden ist urmenschlich und vollkommen verständlich.   Glücklich zu sein, bedeutet ein schönes Gefühl zu haben, Kraft zu empfinden, Lebensschwung und Zufriedenheit zu besitzen und anderen Menschen zu gefallen.

 

Auf Dauer glücklich zu sein, gelingt jedoch keinem Menschen - das Leben ist viel zu facettenreich, als dass es uns nur das Glücksempfinden darbietet.  Und das ist auch gut so.  Von Kind an sind wir mit vielen unterschiedlichen Emotionen geboren -  spätestens im ersten Lebensjahr, wenn die ersten Wutanfälle auftauchen, erfahren wir unter  ungünstigen Umständen: "Sei doch lieber ein braves, ruhig Kind.  Ich mag Dich aber mehr, wenn Du lachst." etc.

Die Grundlage für den Glaubenssatz:  "Ich bin nur in Ordnung, wenn ich glücklich bin" ist gelegt. 

Bei mir hat es ein bisschen gedauert, bis ich diesem Glaubenssatz auf die Schliche gekommen bin und das war für mich ein wirklicher Aha-Moment  zu verstehen: Glück und Sinn sind zwei verschiedenen Dinge.

Auch wenn ich Emotionen empfinde wie Wut, Verzweilung, Trauer kann mein Leben einen Sinn haben.  Sinn im Leben zu erkennen, bedeuet, anzunehmen, dass die menschliche Existenz auch sogenannte negative Emotionen  und Erfahrungen beinhaltet - ja dass gerade diese ihren Sinn haben.

Wieso das, fragen Sie sich nun vielleicht?  Und wie soll diese Erkenntnis zu Innerem Frieden führen?

 

Es ist unglaublich erleichternd zu erleben, dass es in Ordnung ist, zu fühlen, was gerade da ist. Unglücklich oder traurig zu sein, wütend und ratlos, ängstlich oder unfrei. Diese Gefühle  sind Fingerzeige in welchem Bereich meines Lebens etwas nicht stimmig ist und ich etwas verändern sollte.

Vielleicht muss ich mehr Grenzen setzen meinem Chef gegenüber oder ich darf meinem Partner ehrlich zeigen, wie es mir geht. Vielleicht braucht mein Kind mehr Zuwendung oder ich muss Mißstände erkennen und anfangen etwas dagegen zu tun.

 

Wenn ich fühlen darf, was gerade ist, kann ich auch mit einer scheinbar unglücklichen Situation in Frieden sein, weil ich in dem Moment annehme, dass es so ist, wie es ist.

 

Und dann passiert etwas Wunderbares:  es verändert sich - ich verändere mich in meiner Haltung zu dem Problem oder der Situation.  Es tritt eine Entspannung im Stresssystem ein, die oftmals zu Lösungen führt, die ich vorher nicht sehen konnte, weil ich auf das krampfhafte Erreichen von "Glück" konzentriert war.

 

Alles darf sein - was sein darf, kann sich verändern.

 

 

 Was denken Sie darüber? Wie sind Ihre Erfahrungen damit? 

Ich freue mich über Ihre  Kommentare und Nachrichten.

In meinem Coaching gehe ich genau diesen Weg mit Ihnen : anerkennen was ist, um zu mehr Innerem Frieden und Sinn zu gelangen. Auch wenn es paradox scheint - es funktioniert.

 

Herzlichst, Claudia Hirrle

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Kommentare: 1
  • #1

    Helga Burian-Ruf (Mittwoch, 02 November 2016 16:26)

    Liebe Claudia,
    vielen Dank für den schönen Artikel! Du hast es wunderbar auf den Punkt gebracht, dass Glück nicht gleich Sinn ist. Für jede Menschenseele ist es sehr wichtig und macht viel Sinn, auch unangenehme Gefühle ausdrücken und auch leben zu dürfen, denn sie verändern sich dann tatsächlich. Es ist wichtig, Trauer, Wut und andere Gefühle, die leider oft immer noch als 'Schwächen' in der Gesellschaft gesehen werden, zuzulassen. Nur wenn sie in dem Moment, wo sie ausgelöst werden auch durchlebt werden, können sie bald wieder losgelassen werden. Und wenn wir unseren Partnern und Kindern, auch Freunden oder den 'Chefs' erklären, dass wir nun eben so empfinden, sind wir authentisch und werden angenommen und respektiert, weil wir in diesem Moment auch uns selbst und unsere Gefühle annehmen. Oh ich kann dir ein Lied davon singen aus eigener Erfahrung, weil ich auch als Kind und Jugendliche viele Gefühle nicht ausgelebt habe, bis sie vor lauter Stau in mir körperliche und auch seelische Schmerzen ausgelöst haben. Habe erst gelernt, sie (wieder einmal) zuzulassen, als ich mit meinen ganzheitlichen Ausbildungen angefangen habe. Nun darf ich genau diese schöne Erfahrung - wie du - auch an meine Klienten weitergeben, juhuuuuu! :-) Liebe Kollegin, ich freue mich, dass wir die Welt ein wenig erhellen dürfen :-)! Alles Liebe weiterhin, viel Freude und Erfolg, Helga - Lebensberaterin-Kinesiologin-Aufstellungsleiterin-Supervisorin